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Das Schlangenei

 

Das Schlangenei war Ingmar Bergmanns 40. Film. Das alleine sagt nicht sehr viel, zugegeben. Aber es war seine erste außerschwedische Produktion. Er führte hier Regie und schrieb das Buch.

Neben Klaus Hoffmann, der in dem Film eine kleine Rolle spielte, waren andere hochkarätige Schauspieler vertreten wie: David Carradine, Liv Ulman, Gert Fröbe, Heinz Bennent, James Whitmore und Glynn Turman.

ENDLICH habe ich den Trailer zum Film gefunden. Bitte nachfolgend klicken:

300 kb (höhere Qualität)

56 kb (niedrigere Qualität)

Und hier geht es direkt zur Seite von MGM mit noch mehr Infos, Soundfiles, Links usw.

Die Handlung:

Ich muß gestehen, ich habe den Film schon fast morgens gesehen, so daß ich keine detaillierte Beschreibung mehr liefern kann. Daher hier erst einmal die Kurz-Beschreibung von Rialto-Film-Berlin:

"Ein amerikanischer Jude kommt als Artist im November 1923 nach Deutschland, verliert seine Arbeit und wird mehrerer Morde verdächtigt, die sich in kurzer Zeit in seiner engsten Umgebung ereignet haben. Ingmar Bergmann versucht[...] anhand einer Fabel die Genese des Faschismus zu analysieren".

Ich weiß, daß "Das Schlangenei" in unglaublichen düsteren Farben spielte und eine sehr bedrückende Stimmung ausströmte. Daß ein Jude gerade zu der Zeit nach Deutschland kam, fand ich besonders bedrückend...noch viel bedrückender als die triste und morbide Stimmung in dem Berlin der damaligen Zeit. Auch wenn 1923 die NSDAP noch lange nicht an der Regierung war: Wie nah die drohende Judenverfolgung und und wie immens der Antisemitismus dann doch schon bald war...das vermittelte einem gerade Klaus Hoffmann in der Rolle eines SA-Mannes. Es mag sein, daß es eine kleine Rolle war - vielleicht 5 Minuten - aber für mich waren es unendlich lange Minuten.

Klaus Hoffmann sagte selbst, daß er stolz war, in dem Film mitgewirkt zu haben. Und ich finde, er kann es auch sein. Auf jeden Fall! Auch wenn es etwas traurig ist, daß deutsche Schauspieler immer wieder gerne in ausländischen Produktionen für genau diese Rollen eingesetzt werden...die bösen Nazis. Aber das ist mir immer noch lieber, und ich finde es auch realistischer, als wenn ein "Western-Held" plötzlich so eine Rolle übernehmen würde. Schindlers Liste z.B. wäre nie so realistisch geworden, hätten nur amerikanische Schauspieler die vielen Einzeltäter gespielt (mal von Ralph Fiennes abgesehen).

Hoffmanns schauspielerische Leistung war zwar kurz, aber so brilliant, daß ich den Sänger und Schauspieler völlig vergaß. Ich sah nur noch seine Rolle. Und das! spricht einfach für Hoffmanns schauspielerisches Können.

Das Ende des Filmes ist nicht weniger aufrüttelnd. Bergmanns Idee war ungewöhnlich und faszinierend zugleich. Eine Fiktion, die doch heute wieder an Aktualität gewonnen hat - in einer anderen Richtung. Alleine schon wegen dieser Schlüsselszene am Schluß lohnt es sich, den Film anzuschauen. Von Hoffmann ganz zu schweigen.

Eigentlich ein Muß für Kino-Liebhaber.

Übrigens: Die große Berliner Kulisse, die man bei den Bavaria-Filmstudios besichtigen kann wurde damals eigens für diesen Film gebaut. Die Szenerie ist also schon geschichtsträchtig und war auch später Kulisse für z.B. Fassbinders "Berlin Alexanderplatz". Wenn ihr mal in Bayern seid, dann schaut es euch mal an.

Hier noch einige Infos zu Ingmar Bergmann

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